Ein Stromspeicher ist nur so klug wie die Messung, die ihn füttert. Genau darum geht es in diesem Conow Smart Meter SDM01 Test: Der dreiphasige Energiezähler kostet 59 Euro, belegt eine einzige Teilungseinheit im Zählerschrank und entscheidet darüber, ob dein Speicher den Hausverbrauch wirklich ausregelt oder nur nach Zeitplan vor sich hin arbeitet. Für echte Nulleinspeisung ist er kein Extra, sondern Voraussetzung.
Interessant ist das Gerät vor allem für Haushalte mit dreiphasigem Hausanschluss und einem AC-Nachrüstspeicher – etwa dem Conow Atlas 6000 AC oder dem Conow Lyra 2500 AC. Bei diesen Speichern liegt kein Messgerät bei. Ohne Zähler fehlt dem Gerät die wichtigste Information überhaupt: wie viel Leistung dein Haus in dieser Sekunde zieht.
Zur Einordnung vorweg: Das hier ist kein Labortest. Wir haben keine eigenen Messungen durchgeführt und erfinden auch keine. Grundlage sind die offiziellen Hersteller-Unterlagen zur SDM01-Baureihe, die dokumentierte Modbus-Schnittstelle, unsere Produktseite, der deutsche Preisvergleich und Praxiserfahrung mit dreiphasiger Messtechnik. Wo Hersteller und Shop sich widersprechen, schreiben wir das offen hin.
Das Wichtigste in Kürze
- Dreiphasiger Energiezähler (3P+N) für die DIN-Hutschiene, der über drei Klappwandler bis 120 A je Phase misst – bidirektional, also Netzbezug und Einspeisung getrennt.
- Genauigkeitsklasse 1 nach IEC 61557-12, Eigenverbrauch höchstens 2 VA, Baubreite 18 mm. Ein Messgerät für die Steuerung, kein eichrechtlich abrechnungsfähiger Zähler.
- Mit 59 Euro der günstigste 3-Phasen-Zähler im Sortiment: Marstek CT002 kostet 69, Jackery 3P 99, Huawei DTSU666-H 119 Euro.
- Neben WLAN und Bluetooth hat er RS485 mit Modbus RTU, und die Register-Belegung ist offen dokumentiert – inklusive Nachbildung eines Eastron SDM630MCT.
- Die auf unserer Produktseite genannte Reaktionszeit von 0,5 Sekunden steht so nicht in den Herstellerunterlagen. Mehr dazu weiter unten.
- Ein Smart Meter hebt die 60-Prozent-Regel des Solarspitzengesetzes nicht auf. Das kann nur ein intelligentes Messsystem mit geprüfter Steuerbox.
Für wen lohnt sich der SDM01 – und für wen nicht
Der klare Fall: dreiphasiger Hausanschluss, AC-gekoppelter Nachrüstspeicher aus dem Conow-Programm, und der soll verbrauchsgeführt arbeiten. Dann ist der Conow Smart Meter SDM01 das vorgesehene Bauteil, und 59 Euro sind wenig Geld dafür. Das gilt für den Atlas genauso wie für den CBE2000 Pro und den Lyra 2500 Pro.
Zweiter Fall: Wärmepumpe oder Wallbox im Haus. Dann schwankt dein Verbrauch zwischen 200 Watt und mehreren Kilowatt, oft unsymmetrisch über die drei Phasen. Eine einphasige Messung rät hier systematisch falsch, weil sie zwei Drittel der Last nicht sieht.
Weniger sinnvoll ist das Gerät, wenn dein Speicher ein eigenes Messgerät vorschreibt, wenn du einphasig angeschlossen bist oder wenn deine Anschlussleitungen dicker als 16 Millimeter sind.
Aufbau und Technik: was im SDM01 steckt
Das Gerät heißt genau SDM01-TWM-12TS, und die Buchstabenfolge ist das Ordnungssystem des Herstellers: SDM01 ist die Baureihe, TWM das WLAN-Hauptmodul mit Tuya-Firmware, die 12 steht für Stromwandler mit 120 A und 16 Millimeter Öffnung, TS für eine Firmware-Ausführung aus offiziellen Tuya-Kanälen. Gebaut wird die Reihe nicht von Conow, sondern von Bituo Technik, das sie an mehrere Marken liefert – deshalb ist die Dokumentation des Originalherstellers öffentlich und ausführlich.
Gemessen wird nicht im Leiter, sondern daneben: Drei Klappwandler werden um die Außenleiter gelegt, die Leitung muss nicht aufgetrennt werden. Das verkürzt die Montage, hat aber eine harte Grenze – die Öffnung der 120-A-Wandler ist 16 Millimeter weit. Eine Hausanschlussleitung mit 35 Quadratmillimetern passt noch durch, bei dickeren wird es eng. Die 200-A-Ausführung mit 20 Millimetern Öffnung führen wir nicht. Wer unsicher ist, misst vorher im Schrank nach.

Ein Detail, das in Datenblättern untergeht: Die Wandler tragen eine Kalibrier-Kennung, die zum Zähler passen muss – ein beliebiger Ersatzwandler funktioniert nicht, das Set gehört zusammen. Elektrisch ist das Gerät für 220 bis 240 Volt gegen Neutral und 380 bis 415 Volt zwischen den Phasen ausgelegt, mit 440 Volt Bemessungsisolationsspannung, 4 kV Stoßspannungsfestigkeit und Überspannungskategorie III. Zwei Einschränkungen nennt der Hersteller ausdrücklich, und sie fehlen auf unserer Produktseite: Der SDM01 ist für 3P4W-Netze mit Neutralleiter gedacht, nicht für 3P3W-Installationen und nicht für IT-Netze. In Wohngebäuden ist das kein Thema, bei älteren Gewerbeanschlüssen schon.
Erfasst werden Spannung, Strom, Wirk-, Blind- und Scheinleistung, Leistungsfaktor und Frequenz sowie bezogene und eingespeiste Energie – je Phase und als Summe. Genauigkeitsklasse 1 nach IEC 61557-12 heißt ein Prozent Toleranz bei der Energiemessung. Das reicht für Regelung und Monitoring, ist aber keine MID-Eichung: Der SDM01 ersetzt den Zähler des Netzbetreibers nicht.
Leistung im Alltag: was der Conow Smart Meter SDM01 im Test an Geld bringt
Ein Zähler erzeugt keine Kilowattstunde. Sein Nutzen entsteht nur dadurch, dass der Speicher mit Messung besser arbeitet als ohne – und das lässt sich rechnen. Beispiel Atlas 6000 AC mit 6,03 kWh Nennkapazität: Nutzbar rechnen wir mit 5,4 kWh und 220 Vollzyklen im Jahr, also 1.188 kWh entladener Energie. Der Haushaltsstrompreis liegt laut BDEW-Strompreisanalyse 2026 bei 37,0 Cent je Kilowattstunde, die Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kWp bei 7,70 Cent; dieser Satz gilt für Inbetriebnahmen vom 1. August 2026 bis 31. Januar 2027.
Mit Messung regelt der Speicher auf den tatsächlichen Verbrauch. Angenommen, 95 Prozent der entladenen Energie landen im Haus: 1.129 kWh × 37,0 Cent = 418 Euro, die restlichen 59 kWh × 7,70 Cent = 5 Euro, zusammen 423 Euro. Ohne Messung gibt der Speicher nach festem Zeitplan ab. Angenommen, 70 Prozent bleiben im Haus: 832 kWh × 37,0 Cent = 308 Euro plus 356 kWh × 7,70 Cent = 27 Euro, zusammen 335 Euro. Differenz: rund 88 Euro im Jahr.
Wichtig: Die Quoten von 95 und 70 Prozent sind begründete Annahmen, keine Messwerte. Wie weit ein zeitplangesteuerter Speicher danebenliegt, hängt stark vom Lastprofil ab. Ein zweiter Effekt kommt hinzu und ist nicht beziffert: Ohne Verbrauchsmessung trifft ein AC-Speicher auch das überschussgeführte Laden nicht und zieht Netzstrom, wenn die Sonne längst weg ist. Die Systematik dahinter erklärt unser Ratgeber zur Nulleinspeisung beim Balkonkraftwerk.
Installation, Anmeldung und was der Zähler nicht leistet
Der Einbau erfolgt im Zähler- oder Verteilerschrank: Gerät auf die 35-Millimeter-Hutschiene, Spannungsklemmen X, Y, Z und N auflegen, drei Wandler um die Außenleiter klappen, Signalleitungen polrichtig an CT(X), CT(Y) und CT(Z). Das ist ein Eingriff in die Hausinstallation und Sache einer Elektrofachkraft. Rechne mit 150 bis 250 Euro, wenn sie ohnehin wegen des Speichers kommt.
Der häufigste Inbetriebnahmefehler ist kein Defekt, sondern eine Einbaurichtung: Sitzt ein Wandler verkehrt herum oder an der falschen Phase, kehrt der Zähler das Vorzeichen um – der Speicher lädt dann, wenn er entladen sollte. Zur Kontrolle gibt es zwei LEDs: ACT grün für den Verbindungszustand, AL rot für Fehler.
Anmelden musst du den Zähler nicht. Im Marktstammdatenregister sind Erzeugungsanlagen und Speicher eintragungspflichtig, binnen eines Monats nach Inbetriebnahme – nicht die Messtechnik dahinter. Auch § 14a EnWG greift nicht: Die Vorschrift gilt für steuerbare Verbrauchseinrichtungen ab 4,2 kW, der Atlas 6000 AC lädt mit maximal 3 kW.
Ein Punkt wird regelmäßig verwechselt: Ein Smart Meter wie der SDM01 ist nicht dasselbe wie ein intelligentes Messsystem. Neuanlagen ab 2 kWp mit Inbetriebnahme ab dem 25. Februar 2025 dürfen nach dem Solarspitzengesetz nur 60 Prozent ihrer installierten Leistung einspeisen, solange kein intelligentes Messsystem mit geprüfter Steuerbox arbeitet – und das hebt nur der Messstellenbetreiber auf. Betroffen ist ausschließlich die Einspeisung: Eigenverbrauch und Speicherladung sind frei, freiwillige Nulleinspeisung bleibt erlaubt.
Ein Hinweis, der die Rechnung oben in den nächsten Jahren verschieben wird: Das Bundeskabinett hat am 29. Juli 2026 einen EEG-Entwurf beschlossen, der die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen unter 25 kW ab 2027 durch eine Übergangszahlung von 5,20 Cent je Kilowattstunde für maximal 36 Monate ersetzt. Verabschiedet ist das Gesetz noch nicht, Bundesrat und EU-Kommission stehen aus. Kommt es so, wird jede selbst verbrauchte Kilowattstunde wertvoller – und damit die Messung, die sie möglich macht.
Kompatibilität, App und die offene Schnittstelle
Im Normalfall koppelst du den Zähler in der Conow-App mit dem Speicher; das Gerät gehört zum Tuya-Ökosystem. Hier liegt die Schwachstelle, die wir offen benennen müssen: Unsere Produktseite nennt etwa 0,5 Sekunden Reaktionszeit, in den Unterlagen des Herstellers steht überhaupt keine. Dort heißt es, dass das Reporting über die Tuya-Cloud im besten Fall alle 5 bis 15 Minuten erfolgt und eine Regelung im Sekundenbereich nur über lokales Streaming der offenen WLAN-Variante möglich ist – einer anderen Firmware-Ausführung als der hier verkauften. Für die Speichersteuerung zählt die lokale Verbindung, nicht der Cloud-Weg, aber eine belastbare Zahl fehlt.
Deutlich besser sieht es bei der kabelgebundenen Schnittstelle aus, und die ist der eigentliche Trumpf. RS485 mit Modbus RTU läuft mit 9.600 Baud, 8N1; die Slave-Adresse ist werkseitig 247 und über Register 6000 umstellbar. Ab Register 1000 liegen alle Messwerte als 32-Bit-Gleitkommazahlen bereit, inklusive Import-, Export- und Summenenergie je Phase. Diese Belegung ist in der öffentlichen Herstellerdokumentation vollständig beschrieben – der Zähler lässt sich damit auch in Home Assistant oder einem freien Energiemanager auswerten.
Interessant ist eine Funktion, die in der Conow-Werbung nicht auftaucht: Laut Herstellerdokumentation können die TWM-, TZM- und EWM-Modelle die Register-Belegung eines Eastron SDM630MCT und eines ABB B23 nachbilden, damit bestehende Lastmanagement-Installationen den Zähler ohne Profiländerung lesen. Die Nachbildung eines CHINT DTSU666 ist dagegen den EWM- und TZM-U01-Modellen vorbehalten, also nicht der hier verkauften Ausführung. Da Fremdmarken-Versionen laut Hersteller eigene Belegungen haben können, ist das ein starkes Indiz und keine Zusage: Wer den Zähler an einem Deye-Hybrid-Wechselrichter betreiben will, sollte sich die Kompatibilität vorher bestätigen lassen.
Drei Alternativen aus unserem Sortiment im Vergleich
Alle vier Geräte sind dreiphasige Hutschienen-Zähler, die ein Speichersystem mit Verbrauchsdaten versorgen. Sie unterscheiden sich im Preis, in der Offenheit und vor allem in der Systembindung.
| Merkmal | Conow SDM01 | Marstek CT002 | Jackery Smart Meter 3P | Huawei DTSU666-H 100 A |
|---|---|---|---|---|
| Preis | 59,00 € | 69,00 € | 99,00 € | 119,00 € |
| Vorgesehen für | Conow-Speicher (Tuya) | Marstek-Speicher | Jackery SolarVault 3 | Huawei SUN2000 |
| Messstrom je Phase | 120 A über Klappwandler | Herstellerangabe fehlt | Herstellerangabe fehlt | 100 A über Stromwandler |
| Genauigkeit | Klasse 1 (±1 %) | bis ±1 % | keine Angabe | ±0,5 % U/I, ±1 % P/E |
| Reaktionszeit | nicht im Datenblatt | keine Angabe | ≤ 3 s | keine Angabe |
| Schnittstellen | WLAN, Bluetooth, RS485 Modbus RTU | WLAN, Bluetooth | WLAN/Bluetooth, externe Antenne | RS485 Modbus RTU |
| Display am Gerät | nein | nein | nein | ja, LCD |
| Register-Map öffentlich | ja, vollständig | nein | nein | teilweise |
| Garantie | keine Angabe | keine Angabe | 5 Jahre | keine Angabe |
Der Marstek CT002 ist zehn Euro teurer und an Marstek-Speicher gebunden; wer einen Venus E Gen 3.0 betreibt, hat keine Wahl. Der Jackery Smart Meter 3P ist der teuerste Systemzähler, nennt dafür als einziger eine Reaktionszeit und fünf Jahre Garantie. Der Huawei DTSU666-H kostet doppelt so viel, bringt dafür LCD-Display, engere Toleranzen und Wandler samt 10-Meter-RS485-Kabel mit. Der Anker SOLIX Smart Meter für 79,99 Euro passt ausschließlich zur Solarbank 2.
Preis-Leistung und Amortisation
Mit 59,00 Euro liegen wir genau auf Marktniveau: Der Preisvergleich listete am 11. Oktober 2026 drei Angebote, zwei davon ebenfalls bei 59,00 Euro, das dritte bei 69,00 Euro – kein günstigerer Anbieter, aber auch kein Preisvorteil.
Gerechnet auf die oben hergeleiteten 88 Euro Mehrertrag im Jahr amortisiert sich der Zähler allein in rund acht Monaten. Mit 200 Euro für die Elektrofachkraft sind es 259 Euro und damit knapp drei Jahre; wird er im gleichen Termin wie der Speicher gesetzt, rutscht die Amortisation unter ein Jahr. Wer 1.249 Euro für einen Nachrüstspeicher ausgibt und dann 59 Euro für die Messung spart, verschenkt jährlich mehr, als der Zähler einmalig kostet. Die passenden Geräte stehen in den Kollektionen Conow Stromspeicher, Stromspeicher und Zubehör, dazu die Erweiterungsbatterie mit 5,12 kWh.
Technische Daten im Überblick
| Modell | SDM01-TWM-12TS (Baureihe SDM01) |
| Messsystem | 3-phasig, 3P4W (3P+N); nicht für 3P3W und nicht für IT-Netze |
| Nennspannung | 220–240 V (L-N) / 380–415 V (L-L) |
| Frequenz | 50 / 60 Hz |
| Max. Messstrom | 120 A je Phase |
| Strommessung | 3 Klappwandler, Öffnung Ø 16 mm, mit Kalibrier-Kennung |
| Messgrößen | Spannung, Strom, Wirk-/Blind-/Scheinleistung, Leistungsfaktor, Frequenz, Energie – je Phase und Summe, bidirektional |
| Genauigkeitsklasse | Klasse 1 (±1 %) nach IEC 61557-12, keine MID-Eichung |
| Eigenverbrauch | ≤ 2 VA |
| Kommunikation | WLAN und Bluetooth (BLE), RS485 mit Modbus RTU |
| Modbus-Einstellungen | 9.600 Baud, 8N1, Adresse 247 (einstellbar 1–246) |
| Register-Emulation | Eastron SDM630MCT, ABB B23 (laut Herstellerdoku) |
| Bemessungsisolationsspannung | 440 V, Stoßspannung 4 kV |
| Überspannungskategorie | III, Verschmutzungsgrad 3 |
| Abmessungen | 113,7 × 18,0 × 65,9 mm (1 Teilungseinheit) |
| Montage | DIN-Hutschiene 35 mm |
| Schutzart | IP20 (Einbau im Schrank) |
| Betriebstemperatur | −25 bis +55 °C |
| Anzeige | 2 LEDs (ACT grün, AL rot), kein Display |
| Lieferumfang | 1× Zähler, 3× Klappwandler |
| Preis | 59,00 € |
Pro und Contra
Das spricht dafür:
- Günstigster dreiphasiger Zähler im Sortiment und zugleich der mit dem höchsten Messstrom – 120 A je Phase reichen für Wärmepumpe und Wallbox im selben Haus.
- Nur 18 Millimeter Baubreite. Im vollen Zählerschrank ist eine Teilungseinheit oft der Unterschied zwischen machbar und nicht machbar.
- Klappwandler ohne Auftrennen der Leitung, Push-in-Klemmen, Eigenverbrauch unter 2 VA.
- Offengelegte Modbus-Register-Belegung samt Emulation eines Eastron SDM630MCT – auch unabhängig vom Conow-System verwertbar.
Das spricht dagegen:
- Keine belastbare Angabe zur Reaktionszeit. Die 0,5 Sekunden unserer Produktseite sind durch die Herstellerunterlagen nicht gedeckt.
- Wandleröffnung nur 16 Millimeter; die 200-A-Ausführung mit 20 Millimetern führen wir nicht.
- Kein Display – Kontrolle und Fehlersuche laufen über App oder Modbus, zwei LEDs sind alles.
- Weder Garantiedauer noch Kabellänge der Stromwandler angegeben. Jackery nennt fünf Jahre, Huawei 5 Meter Wandlerkabel – hier fehlt beides.
- Keine MID-Eichung und kein Ersatz für ein intelligentes Messsystem: Die 60-Prozent-Regel bleibt ohne Steuerbox bestehen.
Fazit: für wen sich der Kauf lohnt
Der Conow SDM01 ist kein spannendes Gerät, sondern ein notwendiges – und als solches macht er seine Sache für 59 Euro gut. Klasse-1-Messung auf drei Phasen, 120 A je Phase, eine Teilungseinheit Platzbedarf und eine offene Modbus-Schnittstelle sind in dieser Preisklasse ein stimmiges Paket. Dass der Originalhersteller seine Register-Belegung dokumentiert und eine Emulation gängiger Fremdzähler vorsieht, hebt ihn über die üblichen geschlossenen Systemzähler hinaus.
Klare Kaufempfehlung für eine genau umrissene Gruppe: Haushalte mit dreiphasigem Anschluss, die einen AC-Nachrüstspeicher aus dem Conow-Programm verbrauchsgeführt betreiben wollen und bei denen die Anschlussleitungen durch 16-Millimeter-Wandler passen. Dort gibt es für das Geld nichts Besseres. Nicht das richtige Gerät ist es, wenn du eine garantierte Regelgeschwindigkeit im Sekundenbereich schriftlich brauchst. Wenn es passt: Conow Smart Meter SDM01 hier im Shop ansehen und bestellen. Welcher Speicher dazu passt, zeigt unser Test des Conow Lyra 2500 Pro.
Häufige Fragen zum Conow Smart Meter SDM01
Brauche ich für Nulleinspeisung zwingend einen Smart Meter?
Ja. Nulleinspeisung heißt, dass die Abgabe ins Netz auf null geregelt wird. Dafür muss das System wissen, wie viel Leistung am Hausanschluss gerade in welche Richtung fließt – das liefert nur ein Zähler am Netzanschlusspunkt. Ohne Messung kann ein Speicher nur nach Zeitplan arbeiten.
Ist der Conow SDM01 auch mit Speichern anderer Hersteller kompatibel?
Offiziell ist er Zubehör für die Conow-Speicher. Technisch spricht er RS485 mit Modbus RTU, und laut Herstellerdokumentation kann die Baureihe die Register eines Eastron SDM630MCT und eines ABB B23 nachbilden. Ein Betrieb an Fremdsystemen ist damit plausibel, aber nicht zugesichert – lass dir die Kompatibilität für dein Gerät vorher bestätigen.
Ersetzt der SDM01 meinen Stromzähler vom Netzbetreiber?
Nein. Er hat Genauigkeitsklasse 1 nach IEC 61557-12, aber keine MID-Eichung und ist damit nicht abrechnungsfähig. Er ist ein Messgerät für Steuerung und Monitoring und läuft zusätzlich zum amtlichen Zähler.
Darf ich den Smart Meter selbst einbauen?
Nein. Der Einbau erfolgt in der elektrischen Hausverteilung und ist Arbeit für eine Elektrofachkraft. Zudem entscheidet die Einbaurichtung der Stromwandler über Vorzeichen und Funktion – der häufigste Fehler bei der Inbetriebnahme.
Hebt ein Smart Meter die 60-Prozent-Regel des Solarspitzengesetzes auf?
Nein. Die Begrenzung auf 60 Prozent der installierten Leistung fällt erst weg, wenn ein intelligentes Messsystem mit geprüfter Steuerbox installiert ist und den Funktionstest bestanden hat. Ab 7 kW installiert der Messstellenbetreiber diese Technik, bei 2 bis 7 kW beauftragst du sie selbst. Ein zugekaufter Zähler ersetzt das nicht, hilft dir aber, die gekappte Mittagsspitze selbst zu nutzen.
Welcher Smart Meter passt bei dreiphasigem Hausanschluss mit Wärmepumpe?
Entscheidend sind dreiphasige Messung, ausreichender Messstrom und die Passung zum Speicher. Der SDM01 deckt mit 120 A je Phase auch Haushalte mit Wärmepumpe und Wallbox ab. Bei einem Huawei SUN2000 nimm den DTSU666-H.
Wie schnell reagiert der Conow SDM01 auf Lastwechsel?
Dazu gibt es keine belastbare Herstellerangabe. Unsere Produktseite nennt etwa 0,5 Sekunden, in den Unterlagen des Originalherstellers steht keine Reaktionszeit; dort ist für das Cloud-Reporting von 5 bis 15 Minuten und für lokales Streaming von einer bis zwei Sekunden die Rede, letzteres bei einer anderen Firmware-Variante. Eine garantierte Zahl gibt es also nicht.


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